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AD(H)S

AD(H)S ist eine inzwischen gängige Abkürzung und steht für die sogenannte „Aufmerksamkeits-Defizit-Störung“ mit oder ohne „Hyperaktivität“. Damit werden bestimmte Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen mittels eines Beobachtungs- und Fragenkatalogs klassifiziert. Mit fortschreitenden Kenntnissen der Neurowissenschaften wurde angenommen, dass dieses beobachtbare Muster von Verhaltensauffälligkeiten wie

  • Störung von Aufmerksamkeitsleistungen,
  • hohes motorisches Aktivitätsniveau und
  • reduzierte Impulskontrolle

mit neurobiologischen Besonderheiten des Botenstoffwechsels im Gehirn einhergeht. Die Beeinflussbarkeit der ADHS durch bestimmte Arzneien (Stimulanzien wie Ritalin® oder Medikinet® ) wurde als Beleg für eine vererbbare Hirnstoffwechselstörung gewertet.

Ergebnisse der Neuroplastizitätsforschung, die völlig andere Erklärungen und Lösungen zulassen, werden immer noch wenig beachtet. Mit Neuroplastizität wird die nachgewiesene Eigenschaft des Gehirns bezeichnet, sich lebenslang unter dem Einfluss von Erfahrungen zu verändern.

Sowohl die Entwicklung der ADHS als auch deren Beeinflussung allein durch Pädagogik und Psychotherapie lässt sich mit der Neuroplastizität erklären.

Angesichts der nicht vollständig aufgeklärten Ursachen der ADHS empfiehlt die sog. Konsensus-Vereinbarung der Fachgesellschaften Kinderpsychiatrie und Kinderheilkunde von 2003, vor einer Verordnung von Stimulanzien den Betroffenen mit psychotherapeutischen und pädagogischen Mitteln zu helfen. Behandlungswirklichkeit ist aber nach wie vor die meist ausschließliche und immer noch zunehmende Arzneiverordnung.

Es stehen sich verschiedene Behandlungskonzepte gegenüber, die auf sehr unterschiedlichen Erklärungen und Lösungsmöglichkeiten basieren und zu zum Teil kontroversen Diskussionen führen.

siehe auch: Systemische Therapie bei ADHS-Konstellationen (*.pdf)